Kälte, Schmerz und Stille

Kannst Du Dich an die Quiz-Show „Jeopardy“ erinnern? Ich hab sie als Jugendlicher immer gern gesehen!
Und zwar wird den Teilnehmern eine Reihe an Antworten präsentiert und sie müssen dann die passende Frage dazu finden, die diese Themen vereint.

Im Fall von „Kälte, Schmerz und Stille“ wäre meine Frage:
„Welche Qualitäten könnten in unserem Leben mehr Bedeutung haben?“

Aus meiner Sicht ist es das, was diese Themen verbindet: dass sie uns natürlicherweise umgeben und begleiten, und dadurch unser Leben mitformen.
Wobei wir sehr unterschiedliche Beziehungen und auch einen sehr unterschiedlichen Einfluss auf diese Themen haben.

Kälte? Eine Kraft, die für den Körper ganz natürlich ist. Die allerwenigsten der 100.000 Generationen vor uns haben in zentralgeheizten Wohnungen gelebt und sind in klimatisierten Räumen und Autos gesessen. Der Körper hat die angeborene Fähigkeit, sich an unterschiedliche Temperaturen anzupassen, nicht verloren – aber so wie alles, was wir nicht nutzen und trainieren, baut sich auch die Fähigkeit der Kälteanpassung bis auf ein Minimum ab.
Wir feiern es als technische Errungenschaft, die Temperatur, der wir ausgesetzt sind, zu kontrollieren (nicht nur mit Heizung oder  Klimaanlage, sondern auch mit GoreTex, Schurwolle, Haube, Schal, etc.).
Und nebenbei ist das Bewusstsein – oder zumindest die Anwendung davon – verloren gegangen, dass das Erlebnis von Kälte einige wichtige Prozesse im Körper fördert bzw. stärkt., allen voran leiden das Immunsystem und der Stoffwechsel unter dem Mangel an Kälte-Anpassung.

Schmerz? Schmerz ist auch so eine Kraft, die für den Körper ganz natürlich ist und unser Leben formt. Und von den anfangs aufgezählten Dreien ist es diejenige, die wir am wenigsten kontrollieren können.
Schmerz tritt immer dann auf, wenn etwas besonders viel Aufmerksamkeit braucht. Egal ob ein schmerzender Rücken, eine nicht verheilende Verletzung oder Narbe, oder eine Enttäuschung in einer Beziehung.
Dabei ist, wie bei Kälte, auch der Schmerz eine notwendiges und hilfreiche Empfindung, die dem Körper signalisiert, wenn etwas nicht in Ordnung ist, die für die notwendige Schonung oder für Bewegung sorgt. Uns unsere Grenzen aufzeigt und uns damit am Leben hält.

Stille? Mit Stille – und damit meine ich die innere Stille – verhält es sich etwas anders. Stille ist nichts, was plötzlich über uns kommt und wir lernen müssen, damit umzugehen.
Da ist es eher umgekehrt – hier macht sich die Abwesenheit bemerkbar. In Schlafstörungen, Konzentrations-Problemen, Kopfweh, Migräne, Verspannungen, Unwohlsein, Stress, Erschöpfung, Burn-Out, etc.
In unserer heutigen Welt, in der wir ständig von Eindrücken überrollt werden, kommt Stille nicht von selbst!
Wir müssen die Abwesenheit von Stille bzw. deren Konsequenzen bemerken und ernstnehmen.
Und uns dann bewusst entscheiden, Raum für Stille zu schaffen. So können wir still werden, uns entspannen und regenerieren.

Ohne dass das ständige Geplapper im Kopf ruhiger oder langsamer wird, ist es schwer, sich wohlzufühlen, klar und konzentriert zu sein, sich zu entspannen und zu erholen.
So gesehen ist Stille eigentlich die Basis für Wohlbefinden, Klarheit, Konzentration, Entspannung, Erholung.

Was die drei Themen noch gemeinsam haben ist, dass sich unser Umgang damit sehr stark im Körper abspielt und auch – wenn über einen langen Zeitraum wiederholt – im Körper manifestiert.

Und warum schreibe ich so viel darüber?

Ganz einfach, weil es zu jedem dieser Themen grad eine super tolle Gelegenheit gibt!
Schnapp zu, solange es sie gibt!

Kälte
Hier hole ich noch mal etwas aus… 😉
Es gibt einen Holländer, einen ziemlich crazy Typen, der sich seit Jahrzehnten mit Kälte, Atmung und deren Auswirkungen auf körperliche und geistige Gesundheit beschäftigt und viele Aspekte dessen erforscht, ausprobiert, unterrichtet. Vielleicht hast Du schon von ihm gehört, sein Name ist „Wim Hof“, sein Spitzname „Iceman“. Naheliegend, wenn man sich die Fotos ansieht, wo er in Eiswürfel eingepackt bei medizinischen Experimenten untersucht wird, nur in Badehose auf dem Gipfel des Kilimanjaro steht oder in einem zugefrorenen See taucht.
Er hat aus seinen Erfahrungen eine Methode entwickelt, die es jedem Menschen ermöglicht, sich schrittweise und körpergerecht an Kälte zu gewöhnen und so die positiven Effekte dessen zu nutzen.
Ich probiere das seit zwei Monaten und kann nur sagen: ich bin begeistert! Nie hätte ich mir träumen lassen, dass es Spaß macht, in einem 10 Grad kaltem Schotterteich zu schwimmen. Aber es ist genial!

Naja, jedenfalls: Scott Macdonald, ein Wim-Hof-Methode Instructor, kommt am 25.11. nach Graz und wird einen Einführungs-Workshop geben. Ich hab so einen Workshop schon besucht, kann ihn sehr herzlich empfehlen und werde selbst nochmal teilnehmen.
Hier gibt’s Infos und Tickets.

Außerdem versuche ich grad, Interessenten zusammen zu finden, die Lust haben, im Winter immer wieder mal was Kaltes zu machen! 😉 Wenn DU Interesse an einem Eisbad, Silvesterschwimmen oder so hast, gib Bescheid!

Schmerz
Die Arbeit mit Schmerzen liegt mir schon lange am Herzen. Nicht nur, weil ich selbst durch die Grinberg Methode meine Rückenschmerzen loswerden konnte, sondern weil ich einfach gesehen hab, wie unglaublich effektiv die Einzelsitzungen bei Schmerzen wirken können!

Deswegen biete ich im Winter wieder ein „Schmerz-Projekt“ an, in dem ich stark vergünstigte Einzelsitzungen für neue und ehemalige Klienten anbiete.

Das Angebot richtet sich an Menschen mit:

  • Narben (schmerzend, schlecht verheilt, immer wieder rot, einschränkend oder störend)
  • Restbeschwerden oder alten Schmerzen nach Unfällen oder Operationen
  • akuten, chronischen oder wiederkehrenden Schmerzen

Ziel der Sitzungen ist es, den Körper anzuregen, diese Schmerzen, Verletzungen, … möglichst schnell zu heilen und quasi die „Baustelle endlich abzuschließen“.

Das Angebot umfasst vier Einzelsitzungen (im Abstand von ca. einer Woche) um 140€ statt 300€.

Aus Erfahrung ähnlicher Projekte kann ich sagen, dass vier Sitzungen oft ausreichen, damit sich die Beschwerden entscheidend bessern können oder ganz vergehen!

Du kannst das Angebot gerne an Menschen mit Schmerzen weiterleiten!
Anfragen zur Teilnahme bitte per Mail an mich.

Stille
Ach, Stille!
Jetzt, wo’s draußen schneit, spüre ich noch deutlicher, wie sehr mir das Thema am Herzen liegt.

Und die Erfahrungen beim Stille-Workshop letzte Woche haben es auch noch betont: Still zu werden ist möglich, es ist lernbar, und es ist keine Hexerei.
Auch wenn – das war eine weitere Erfahrung des Workshops – Stille oft kein sehr stabiler Zustand ist, sondern Übung und Training braucht, um sich zu festigen.
Klar, beim Laufen haben wir alle verstanden, dass man von einmal Laufengehn nicht fit wird sondern es regelmäßig über einen längeren Zeitraum tun muss, um eine Veränderung zu sehen.
Bei der Stille ist es ganz gleich, sie braucht Training, Wiederholung, Übung.

Das ist auch einer der Gründe, warum ich mit der Stille-Serie mehrere Möglichkeiten zum Training von Stille anbiete.
Deswegen möchte ich nochmal einladen, beim nächsten Treffen kommende Woche,
am Dienstag, den 27.11. von 18-20 Uhr dabei zu sein!
Details gibts hier im Infoblatt
Anmeldung ist auch direkt hier möglich

Und falls Du jetzt keine Zeit hast, keine Angst: es wird auch im neuen Jahr wieder verschiedene Angebote dazu geben!

Schönen Winterbeginn!

Psssssssst…

Psssssssst…

Jetzt, nach einer ordentlich langen „Nachspielzeit“ hat der Sommer sich endgültig verabschiedet und der Herbst ist da.
Damit beginnt eine Zeit, die naturgemäß mit Einkehr, Stille und Dunkelheit verbunden ist.
Auch wenn uns heutzutage die künstliche Beleuchtung ganz normal erscheint, ist sie eine relativ neue Erfindung! Und überhaupt, wenn wir über unseren Kultur-Tellerrand hinaus in die Geschichte schauen, können wir sehen, dass es Beleuchtung überhaupt erst relativ kurz gibt.
Davor war’s simpel: Sonne weg, alles finster!
Nicht mehr viele Möglichkeiten, um etwas zu tun.
Nur mehr reden, hören, lauschen, spüren, schlafen, sein.
Und auf den Sonnenaufgang warten.

Wie anders muss das Leben damals gewesen sein!

Für mich ist diese Vorstellung ein Indiz dafür, dass der – bei uns ganz normale – ständig laufende innere Dialog eine relativ junge Entwicklung ist.
Stell Dir vor, ein normaler Mensch unserer Zeit hätte keinen Strom oder künstliches Licht und damit keine Möglichkeit, nach Sonnenuntergang noch etwas zu tun. Man könnte nur sitzen und warten und wäre – abgesehen von seinen anderen Sinnen (riechen, schmecken, spüren, hören) – ganz mit seinen Gedanken allein.
Ich glaube, die meisten Menschen wären mit dieser Erfahrung, speziell mit dem, was in ihrem Kopf abgeht, völlig überfordert.

Ich glaube, wir haben uns die Fähigkeit, still zu sein, durch den inneren und äußeren Lärm, der immer da ist, abtrainiert.
Wir haben die Lautstärke raufgedreht und dann den Regler verloren und jetzt wissen wir nicht mehr, wie wir das alles wieder runterdrehen können!

Dabei kennt jede/r diese stillen Momente, in denen sich die Wahrnehmung intensiviert und die Zeit irgendwie auszudehnen scheint.
– Wenn man zum Beispiel frisch verliebt in trauter Zweisamkeit im Moment versinkt.
– Wenn man sich ganz besonders anstrengt.
– Bei Gefahr oder Überraschung, z.B.
– wenn uns jemand erschrecken will und mit „HUH!“ aus dem Kasten springt
– wenn auf der Autobahn der Vordermann plötzlich ausschert
– wenn man ausrutscht und durch die Luft segelt
– wenn man in kaltes Wasser fällt oder springt
– wenn man sich verletzt
– natürlich auch bei erfreulichen Überraschungen wie Geschenken, Besuch oder persönlichen Erfolgen.
– Bei völliger Entspannung.
– Bei intensiver Beschäftigung mit einer Tätigkeit, die uns fesselt.

Für einen Moment ist das, was wir machen oder was mit uns passiert, so vereinnahmend und präsent, dass der Verstand keinen Kommentar dazu hat.

STILLE!

Unheimlich, schön, tief, ruhig.
Irgendwie unbeschreiblich.
Angenehm.
Erholsam.

Ich habe lang drüber nachgedacht, wie man Stille charakterisieren kann, und für mich ist „erholsam“ eines der treffendsten Worte.
Dieses entspannte Aufatmen, wenn der Lärm nachlässt und das Körper- und Lebensgefühl leichter wird.

Stille macht Energie frei.
Stille macht Platz für Erholung.
Stille macht Platz für Neues, für Kreativität.
Stille lässt erholsam schlafen.
Oder konzentriert arbeiten.
Stille gibt Klarheit!

Die gute Nachricht ist: Stille ist eine Fähigkeit, die (wieder-)erlernbar ist. 
Es braucht zwar etwas Übung, aber ist nicht wirklich schwer!

Als Einstimmung auf die stillere Zeit des Jahres und als Unterstützung, dass es wirklich eine stille Zeit wird, biete ich im November und Dezember eine kleine Serie von Workshops zu diesem Thema an.

In diesen Treffen probieren wir verschiedene Möglichkeiten aus und experimentieren damit, wie wir durch Anspannung & Entspannung, Bewegung, Atmung und Körperwahrnehmung Einfluss auf unser Level an Stille nehmen können.

Mit einem abwechslungsreichen Programm aus Körper- und Atemübungen sowie Bewegung zu Musik erhöhen wir die Aufmerksamkeit auf unseren Körper. So gelangen wir Schritt für Schritt zu mehr Ruhe und Entspannung und lernen, wir wir den Lärm im Kopf reduzieren können.
Das Gelernte kannst Du anschließend bewusst in Deinen Alltag integrieren / im Alltag trainieren und somit für einen langfristigen Effekt sorgen!

Die Termine sind:
Dienstag, 13.11.2018, 18:00 – 20:00
Dienstag, 27.11.2018, 18:00 – 20:00
Dienstag, 11.12.2018, 18:00 – 20:00

Alle Details & Infos findest Du hier im Infoblatt und natürlich auf Facebook.

BITTE UM ANMELDUNG (begrenzte Teilnehmerzahl)!

Ich wünsche Dir einen schönen Herbst und Zeit für Stille!